Goldregen für die Nominierten und Preisträger des XXII. Innovationspreises Thüringen 2019 | Foto: Sascha Fromm/Mediengruppe Thüringen

Mittwoch, 27. November 2019

Innovationspreis Thüringen 2019 verliehen

Fünf Spitzenentwicklungen und zwei Unternehmer mit dem wichtigsten Thüringer Wirtschaftspreis ausgezeichnet

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat heute in Weimar gemeinsam mit der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT), dem TÜV Thüringen und der Ernst-Abbe-Stiftung den „XXII. Innovationspreis Thüringen“ verliehen. Fünf Spitzenentwicklungen und ein Unternehmer wurden ausgezeichnet. Das Thüringer Wirtschaftsministerium stellt das Preisgeld in Höhe von insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung.

„Die im Vergleich zu den Vorjahren deutlich angestiegene Zahl an Bewerbungen und deren herausragende Qualität spiegeln auch in diesem Jahr das breite Spektrum und das hohe Niveau der Innovationen in Thüringen wider“, betont Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee anlässlich der Verleihung. „Diese Innovationen sind die Grundlage für Fortschritt, Unternehmensentwicklung und nicht zuletzt die Wettbewerbsfähigkeit Thüringens. Umso mehr freuen mich die vielen Einreichungen in der Kategorie ‚Industrie & Material‘, die Thüringen als Industriestandort stärken.“ „Die Innovationsstrategie des Landes unterstützt Unternehmen und Forschung gezielt bei ihren innovativen Projekten“, so Tiefensee weiter. Bis 2020 stelle das Land dafür mehr als 200 Millionen Euro aus Landesmitteln sowie dem EFRE-Strukturfonds zur Verfügung.

Als eine der bundesweit höchstdotierten Auszeichnungen in diesem Bereich wird der Innovationspreis Thüringen bereits zum 22. Mal vergeben. Der Preis würdigt die Innovationskraft von Unternehmen und soll zur Entwicklung neuer Produkte ermutigen. Er wird in den Kategorien „Tradition & Zukunft“, „Industrie & Material“, „Digitales & Medien“ sowie „Licht & Leben“ vergeben. Mit dem „Sonderpreis für junge Unternehmen“ werden Start-up-Unternehmen unterstützt.

Für den Wettbewerb wurden insgesamt 91 Bewerbungen eingereicht, die in einem zweistufigen Verfahren von einer 17-köpfigen Jury gesichtet und bewertet wurden. Bei der Preisvergabe entscheidet die Jury nach Kriterien wie Innovationsgrad, unternehmerischer Leistung, Funktionalität, Gebrauchswert und wirtschaftlichem Erfolg. Außerdem müssen die Wettbewerbsbeiträge bereits auf dem Markt eingeführt sein oder in Kürze auf den Markt kommen und Aussicht auf eine erfolgreiche Etablierung haben. Weitere Voraussetzung ist, dass die vorgestellte Innovation überwiegend in Thüringen entwickelt und gefertigt wurde.

Die Preisträger des Thüringer Innovationspreises 2019 sind:


•    Kategorie „TRADITION & ZUKUNFT“ (dotiert mit 20.000,00 €):

HORTEN Aircraft GmbH (Hörselberg-Hainich)
Nurflügel-Flugzeug – eine alte Idee mit dem Potential, die Luftfahrt zu revolutionieren


Mit seinem Versuchsflugzeug HX-2 greift die Horten Aircraft GmbH aus Hörselberg-Hainich im Wartburgkreis eine mehr als einhundert Jahre alte Idee auf. Anders als beim herkömmlichen Flugzeug werden Rumpf und Leitwerk weggelassen und stattdessen Fracht und Passagiere in den Tragflächen transportiert. Laut Unternehmen sind diese Modelle ideal geeignet, alternative Antriebe aufzunehmen. So sind ein Hybrid- oder reiner Elektromotor ebenso denkbar wie eine Brennstoffzelle auf Wasserstoffbasis. Die Entwickler sehen gerade in der zivilen Luftfahrt enormes Potenzial. Für die Zulassung durch das Luftfahrtbundesamt werden weitere Testergebnisse benötigt. Das Unternehmen plant bereits den Bau eines größeren Modells mit vier statt zwei Sitzen.

•    Kategorie „INDUSTRIE & MATERIAL“ (dotiert mit 20.000,00 €):

Thüringisches Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung Rudolstadt e. V. (TITK)
„PTC-ThermoMat" – Effizientes Thermomanagement mittels flexibler, metallfreier Heizmaterialien auf Polymerbasis


In Elektroautos fehlt die Abwärme des Motors, so dass elektrische Heizungen notwendig werden. Diese Energieverbraucher gehen aber zu Lasten der Reichweite. Entsprechend energieeffizient sollten all jene Abnehmer im Fahrzeug gebaut sein, um die Batterie zu schonen. Forscher des Thüringischen Instituts für Textil- und Kunststoff-Forschung Rudolstadt e. V. (TITK) haben ein Material entwickelt, das mit geringem Energieeinsatz selbst heizt und sich deshalb insbesondere für den Einsatz in der Automobilindustrie eignet. Der Spezialkunststoff kann zudem aufhören zu heizen, wenn eine bestimmte Temperatur erreicht ist.


•    Kategorie „DIGITALES & MEDIEN“ (dotiert mit 20.000,00 €):

MetraLabs GmbH Neue Technologien und Systeme (Ilmenau)
TORY - Modularer Serviceroboter für den Point of Sale


Die Übernahme einfacher Arbeiten durch Maschinen schreitet voran. Die MetraLabs GmbH aus Ilmenau will mit ihrem autonomen Roboter „TORY“ Mitarbeiter von Routineaufgaben wie der Inventur im Einzelhandel entlasten. Der Roboter fährt – sogar bei Nacht – selbstständig durch die Verkaufsflächen von Super- oder Modemärkten. Der Artikelbestand wird nach Menge und Standort, täglich und ohne Personaleinsatz digitalisiert und kann mittlerweile auch in das Warenwirtschaftssystem eingebucht werden. Erste Kunden in Deutschland und in Europa setzen den Roboter bereits ein. Laut Unternehmen kann „TORY“ Warenbestände zehnmal schneller und mit einer deutlich geringeren Fehlerquote erfassen als ein Mensch.


•    Kategorie „LICHT & LEBEN“ (dotiert mit 20.000,00 €):

Röber Institut GmbH - Member of the PETKUS Group (Wutha-Farnroda)
PETKUS OS f-class ROEBER – Optischer Sortierer für die qualitativ hochwertige Aufbereitung von Feinsaaten


Landwirte möchten einen möglichst hohen Ertrag erwirtschaften, was nur mit makellosem Saatgut gelingt. Doch beim Aussortieren besonders kleiner Samenkörner stoßen bisherige Systeme an Grenzen. Die zur Petkus-Gruppe gehörende Röber Institut GmbH aus Wutha-Farnroda entwickelte einen „Optischen Sortierer für die qualitativ hochwertige Aufbereitung von Feinsaaten“, der das leistet. Mit ihrer Innovation ist es den Entwicklern gelungen, selbst kleinste Samenkörner zuverlässig und mit einer hohen Geschwindigkeit auf ihre Güte hin zu kontrollieren. Der neue Sortierer eignet sich unter anderem für hochwertiges Gemüse-, Blumen-, Kräuter- und Gewürzsaatgut.


•    „SONDERPREIS FÜR JUNGE UNTERNEHMEN“ (dotiert mit 20.000,00 €):

ICO-LUX GmbH (Jena)

Angefangen hat alles bei einer Vorlesungsreihe in Ilmenau über gefälschte Rechnungen und Belege, durch die bei Krankenversicherungen jährlich Schäden in Millionenhöhe entstehen. Das war die Initialzündung für Dr. Stefan Brechtken, Jan Franke und Lars Winterfeld. Die Gründer der ICO-LUX GmbH entwickelten eine Softwarelösung zur Echtheitsprüfung gescannter und mit Smartphones fotografierter Papierdokumente. Mit ihrer Hilfe soll der Betrug bei Rechnungen an Krankenversicherungen erheblich eingedämmt werden. Die Software lernt mit künstlicher Intelligenz, wie Rechnungen korrekt aussehen und prüft anschließend mehr als 100 Kriterien, beispielsweise die Position des Praxislogos, die Schriftart oder das Komma im Rechnungsbetrag. Ab 2020 will das Jenaer Start-Up seine Lösung auch in weiteren Branchen wie Banken und Finanzbehörden anbieten.


•    Mit dem „ERNST-ABBE-PREIS FÜR INNOVATIVES UNTERNEHMERTUM 2019“ wird Frank Orschler für seine Verdienste um den Wissenschafts- und Technologiestandort Thüringen ausgezeichnet. Frank Orschler ist Geschäftsführer der Königsee Implantate GmbH. Das Unternehmen wurde 1993 von seinem Vater Erich Orschler gegründet. Sohn Frank übernahm 2004 die Geschäftsführung und löste 2010 seinen Vater als Inhaber ab. Die Königsee Implantate GmbH entwickelt, produziert und vertreibt Implantate und Instrumente für die Traumatologie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie und ist durch stetige Innovationen eines der führenden deutschen Medizintechnikunternehmen auf dem Gebiet der Osteosynthese. Das Familienunternehmen beschäftigt heute über 150 Mitarbeiter und vertreibt seine Produkte in über 35 Länder weltweit.


Umfassende Informationen zum Wettbewerb und den Preisträgern finden Sie unter www.innovationspreis-thueringen.de


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Ansprechpartner


Dr. Sven Günther

Vorstand

+49 (0)361 78923-50

sven.guenther(at)stift-thueringen.de

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